Monatsarchiv: Mai 2013

Getreidepreise und Wetter

Lebensmittelspekulation in der Frühen Neuzeit – Wie Wetter, Grundherrschaft und Getreidepreise zusammenhingen

In diesem kurzen Artikel in „Die Welt der Habsburger“ beschreibt Christina Linsboth anschaulich, anhand einer Krise in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, den Zusammenhang zwischen Wetter und Getreidepreis. Dabei unterstreicht sie den bedeutenden Einfluss der Grundherrschaft.

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ICHSTM 2013

Der 24. Internationale Kongress für Wissenschafts-, Technik- und Medizingeschichte findet diesen Sommer in Manchester statt.  News, Ergebnisse und Diskussionen dieser Konferenz können über ein Weblog mitverfolgt werden: http://www.ichstm2013.com/blog/

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31. Mai 2013 · 11:34

Dr. Christoph Ruck

Dr. Christoph Ruck (oder auch Ruckh geschrieben) versah als Nachfolger des verstorbenen Dr. Johann Georg Schultz gemeinsam mit Dr. Franz Bensa 1713 das Amt des Magisters Sanitatis in Wien. In den Jahren 1730 und 1733 war er Dekan der medizinischen Fakultät und 1732/33 Rektor der Universität Wien. Er verstarb am 16.02.1744.

Christoph Ruck

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Frère Jacques

Wienerisches Diarium Num. 987.

14. biß 17. Jenner/Anno 1713

„NB. Frater Jacob de Beaulieu, berümter Operateur, war eigentlich von Cöllen / am Rhein / anhero gekommen/ ein gewisse Person zu curiren ; so derselbe aber vor seiner Ankunft schon tod gefunden ; Weilen gedachter Frater nun Willens ist / wegen der grossen Kälte/ dahier bis in den April zuverbleiben ; als können alle/ die seiner Hülf bedürftig / wehrender Zeit sich bei ihme anmelden ; mit der Versicherung/ daß er von Zeit seiner lezten Abwesenheit die Operation in vollkommenen Stand gebracht / und dahero mit wenigern Schmerzen und grösserer Sicherheit solches verrichtet ; welches jene schon erfahren ; die er würklich dahier in Kürze / und zwar die Arme um GOttes Willen : die andere aber um sein Reis = Geld curiret ; und ist besagter Frater bei den P. P. Capucinern zuerfragen.“

Obwohl besagtem Herrn oft nachgesagt wird, der Charakter des berühmten, gleichnamigen Liedes  zu sein, ist dies, gemäß dem Artikel von Ganem & Carson (1999) Frère Jacques Beaulieu: from rogue lithotomist to nursery rhyme character. eher auszuschließen. Der bekannte Lithotomus (auch Blasensteinschneider) lebte von 1675 bis 1724.

Sein Portrait findet sich in den Images from the History of Medicine.

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Abraham a Sancta Clara

Unter dem Namen verbirgt sich eigentlich Johann Ulrich Megerle. Er war Augustinermönch, Prediger und Schriftsteller der uns in seinen Schriften u.a. Geschichten, Berichte und Predigten aus dem Pestjahr 1679 überliefert. Zu seinen Werken zählen das satirische Traktat Merck’s Wienn! und Lösch, Wienn!

Mehr zu seiner Person im Österreich Lexikon (aeiou) und in der Deutschen Bibiographie (NDB/ADB).

Eine Statue von ihm befindet sich am Eingang zum Wiener Burggarten, an der Kreuzung Goethegasse Hanuschgasse.

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Post-Ordnung.

Kein Schreibfehler, hier ist tatsächlich von einer POST-Ordnung die Rede und nicht von einer Pest-Ordnung, wie man vielleicht vermuten könnte:

„Verzeichnus / Wie die Ordinari-Bosten allhier in Wienn der Zeit ab- und ein-lauffen.“ (1700)

Ist in Jordan, Johan, Schatz, Schutz und Schantz deß Ertz-Hertzogtumbs Oesterreich/ das ist ein sehr genaue und ordentliche Beschreibung aller Gassen, Plätz, Palläst, Häuser und Kirchen der berühmten Haubt- und Kayserl. Residenz-Statt Wienn (Wien, 1701)  von Seite 122 bis 126 zu finden. Nebenbei findet sich in diesem Werk eine akribische Auflistung aller Wiener Häuser und deren Besitzer. Online zugänglich über die Internetseite der Wienbibliothek.

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Apostem

„Das Apostēm, des -es, plur. die -e, ein ganz ohne Noth aus dem Griech. und Latein. Apostema erborgtes Wort, ein Geschwür, einen Schwären zu bezeichnen. Daher das Apostem-Kraut, des -es, plur. inusit. ein Nahme der Scabiose, oder des Grindkrautes, welches wegen seiner Wirkung in Brust- und Lungengeschwüren diesen Nahmen erhalten hat.

Das Apostem-Röhrlein, oder Apostem-Röschen, des -s, plur. inusit. der Löwenzahn, der diesen Nahmen der hohlen Beschaffenheit seiner Stengel und seiner heilenden Kraft zu danken hat. Die Apostem-Wurzel, plur. die -n, die Wurzel des Apostem-Krautes.“ (Quelle: Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart)

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Fraiß

„Die Fraiß, oder die Fraisch, plur. inus. ein nur im Oberdeutschen bekanntes Wort. 1) Schrecken, Furcht, Schmerzen, Gefahr. Sina freisun, seine Schmerzen, Ottfr. An andern Orten gebraucht er Freisu für Gefahr. Im Holländ. und Nieders. ist Vreese, und im Fries. Freyse, gleichfalls Furcht, und vresen fürchten; wohin auch das Franz. affreux und Engl. afraid, fürchterlich, furchtsam, gehören. 2) Die fallende Sucht, die Epilepsie, welche in andern Gegenden auch das Fraiß, das Fraischel lautet. 3) Die Gerichtsbarkeit über Leben und Tod, der Blutbann, die Obergerichte, welche auch die Fraißzent und das Fraischrecht heißt; ingleichen das Gebieth, in welchem man solche besitzet. Daher das Fraißamt, oder Fraischamt, das Gericht, welches den Blutbann ausübet; das Fraißbuch oder Fraischbuch, das Protokoll über Halssachen; der Fraißfall oder Fraischfall, ein Fall, welcher unter die obere Gerichtsbarkeit gehöret, ein Zentfall, Malefizfall, ein Criminal-Verbrechen; der Fraißherr oder Fraischherr, der die Crmininal-Gerichte hat; das Fraißgericht, das Criminal-Gericht; das Fraißpfand oder Fraischpfand, ein Pfand, welches das Fraißgericht als ein Zeichen des begangenen Verbrechens entweder von dem Getödteten oder von dem Eigenthume des flüchtigen Thäters nimmt; die Fraißzent, an einigen Orten, diejenige Zent, welche die criminelle Gerichtsbarkeit ausübet; zum Unterschiede von der obern und Mittelzent;  Anm. Dieses im Hochdeutschen veraltete Wort stammet ohne Zweifel von frieren ab, welches in einigen Mundarten friesen lautet, und bedeutete anfänglich Frost, Schauer, und nach einer gewöhnlichen Figur, Furcht, Schrecken, Gefahr u. s. f. Siehe Frieren, Frisch und Frost. Im Schwed. ist fraesa und im Griech. φρυασσομαι mit den Zähnen knirschen, im Isländ. aber Freis Eiter, und freisa aufsieden.“ (Quelle: Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart)

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Auflösung der Hofdeputazion

Nro. 1749

„Die zur Besorgung des Sanitätswesens aufgestellte Hofdeputazion wird aufgehoben und entschlossen, daß dieses Geschäft, soviel es den Gesundheitsstand der deutschen Erblande betrifft, fürohin von der böhmischen, und österreichischen Hofkanzlei besorget, und respiziret werde, wobei denn in Betreff der Verwaltung desselben in den Ländern die höchste Willensmeinung dahin gehet, daß ohne Abhaltung einer eigenen, und besonderen Sanitätskomission die Sanitätsgeschäfte, so wie alle andere, bei ieder Landesstelle in pleno vorgenommen und einstweilen nach den der Zeit bestehenden Vorschriften genauest noch fortgeführet, die Berichte aber zu Handen dieser Hofkanzlei eingeschicket, und eingestellet werden. Da hiernächst die Besorgung der Gränzenhaltung der Kordons- und aller Kontumazstazionen dem Militär privative von Ihrer. Maiest. aufgetragen worden; so ist von den Länderstellen auf nichts weiteres das Augenmerk zu richten, als auf dieienigen Pest- und Unglücksfälle, so sich wirklich im Lande ereignen, oder alda ausbrechen, damit selbe gleich in ihrer Geburt ersticket, und alle weitere Kommunikazion davon verhindert werde.

Hofdekret vom 4ten Jäner 1776.“

(Quelle: ALEX Historische Rechts- und Gesetzestexte Online)

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Wullersdorf 1679/1713

Eine Betrachtung der Tauf-, Trauungs- und Sterbebücher der Pfarre Wullersdorf, die bis 1784 auch die Ortschaft Immendorf umfasste, zeigt für die Wiener Pestjahre 1679 und 1713 interessante Ergebnisse.

Für das Jahr 1679 kann in der Pfarre Wullersdorf keine Zunahme der Todesfälle, im Vergleich zu vorangehenden Jahren, festgestellt werden. Jedoch folgt ein solcher Anstieg im Jahr 1682 und ein weiterer im Oktober 1683. Grafik

Anders verhält es sich im Jahr 1713. Wie diese Grafik zeigt, ist für die dargestellten Jahre eine höhere Sterberate anzunehmen.

Die Tauf-, Trauuungs- und Sterbebücher sind bei Matricula online verfügbar.

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